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         Wandersleben

Loreley


Thüringer

Landesmeisterschaften

in Boxen 2009

 


 

 

                         Bilder der Burg Gleichen bei Wandersleben

 

Wandersleben und Umgebung

                                     

 

Wandersleben und Umgebung 2.

 


 

Wachsenburg

 

 

 

 Schriftsteller Winfried Schäfer - Rochau


Wandersleben - Drei Gleichen - Thüringen

autor-shepherd@arcor.de

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Der Dorfschreck Teil 1  

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Wo meine Wiege stand und ich gespielt als Kind.

 

 

 Hier wuchs er auf, der bekannte Schriftsteller Winfried Schäfer – Rochau, All seinen Freunden als Winny bekannt. Hier möchten wir ihnen einen Einblick in das Umfeld seiner Kindheitsumgebung geben die sein gesamtes Leben geprägt hat. Hierbei möchte er sich auch bedanken bei all seinen Freunden die ihre Kindheit mit ihm geteilt haben und ihn die schönste Kindheit damit verschafft haben die ein Kind nur haben kann. Besonderst erwähnenswert währe da die Wittchenbande, die durch Günter Ambrosius angeführt wurde. Günter, damals ein kleiner rundlicher Junge mit einen sehr großen Hertz, versuchte steht’s ein Vorbild für die Bande zu sein und schaffte es zu besten Kinderbandenchef aller Zeiten. Als weiter Mitglieder wahren die Kinder des Unter und Mitteldorfes steht’s dabei wenn es darum ging etwas auszuhecken. Meinen Dank an die damaligen Mitglieder. Herbert Block, Thomas Held, Wolfgang Pennewitz, Die gesamte Kinderschar der Familie Geisler und Klick so wie Die Rotsbande, die uns steht’s ein würdiger und fährer Gegner war.

Hier werden betust die alten Begriffe und Bezeichnungen verwarnt um den Bedachter in die Vergangenheit zu führen. Die Jugendlichen denen die Begriffe im Ort nicht mehr geläufig sind, sollen betust damit angeregt werden das Gespräch mit älteren Bewohnern des Dorfes zu suchen um so an Informationen zu kommen. Ich lade jeden dazu ein, diese Homepage mit zu gestalten und gegebenenfalls zu aktualisieren. Weiterhin würde ich mich sehr freuen wenn wir meine alten Freunde noch vorhandenes Fotomaterial zur Verfügung stellen könnten. Es ist kinderleicht eine Homepage zu erstellen, aber sie ständig auf dem neuesten Stand zu halten ist etwas schwerer und ohne Insiderwissen kaum zu schaffen. Ihr könnt euch aber gerne mit vorschlagen und Anregungen an mich wenden, oder redet einfach mit Günter Ambrosius darüber. Viele Vereine oder Clubs finden so die Möglichkeit ihre Nachrichten und Clubgeschichte zu verbreiten. Denn wir leben in der Zeit des internett, was sich aber leider nicht jeder leisten kann, warum auch immer. Viele ältere Leute haben etwas zu erzählen und finden auf diesen Weg Gehör in der ganzen Welt. Nehmt euere Erinnerungen und Geschichten nicht mit in euer Grab, sondern hinterlaßt sie auf diesen Weg der Nachwelt. Besonders die regionale Geschichte des Dorfes darf nicht in Vergessenheit gelangen. Ich stelle sie für euch in das Internet und sorge damit das ihr nicht vergessen werdet wenn ihr eines Tages die Welt verlaßt. Macht es wie ich und lebt in eueren Geschichten weiter, werdet unsterblich durch euere Erzählungen. Scheut euch nicht mich oder Günter anzusprechen, wir helfen gern.

 

 


 

Hier wird die Geschichte der Wittschen Gärnation Erzählt. Denn wir wahren die Kinder die noch in der Natur mit der Natur gespielt haben, aber was soll ich noch lange erzählen. Lest einfach unsere Geschichten und versucht euch daran zu erinnern. Lehnt euch zurück und versucht euch in die Vergangenheit zu versetzen.

 

 

 

 

 

                               Himmelhunde

 

Es war ein wunder schöner Juni Tag, Ich kam mit dem Auto aus Richtung Erfurt. Es war sehr heiß im inneren des Wagens, und ich beschloß eine Pause einzulegen. Der Tag war noch jung und ich hatte mein Geschäft in Erfurt schon lange unter Dach und Fach gebracht. Also beschloß ich die A4 bei der Anschlußstelle Mühlberg Wandersleben zu verlassen. Ich hielt am Gasthaus Freudental um etwas Kühles zu trinken, Da sah ich einen Mann, den ich sofort als meinen alten Spielgefährten Günter Ambrosius aus Wandersleben ausmachte. Sei mir gegrüßt Günter, sagte ich und setzte mich mit an seinen Tisch. Er sah mich von Kopf bis Fuß an und sagte, man Winny bist du das? Ja, Günter, erwiderte ich darauf. Wir sahen uns lange an, bis Günter sagte, wie lange haben wir uns nicht gesehen? Wie geht es dir. Ich antwortete auf die Frage, oh ich habe das Dorf 1976 Verlassen und jetzt haben wir das Jahr 2007, das sind nach Adam Riese 31 Jahre. Wir haben uns schon seit unseren letzten Treffen verändert. Günter war als kleiner Junge etwas Korpulent und ich war rassel dürre. Jetzt sitzt er mit einer normalen Figur vor mir und ich habe 72 Kg. Übergewicht. Kein Wunder das er mich nicht sofort

 

 

1.

 

Erkannt hatte. Wir haben unsere Jugend zusammen verbracht, den Lieben langen Tag war spielen im Witschen angesagt. Ein jeder von uns erzählte wie es ihnen in den letzten Jahren ergangen ist. Günter hatte einen ausgedehnten Waldspaziergang hinter sich und Labte sich gerade an einem kühlen Getränk. Am anderen Ende der freien Terrasse saßen zwei Kinder und beschäftigten sich mit ihren Gameboy, still sahen wir den zwei Lausbuben zu, bis Günter sagte, weißt du noch wie wir damals im Witschen gespielt haben, und wer da alles mit dabei war? Es waren schöne Kindheitserinnerungen. Ich erinnere mich noch daran, als sei es erst Gestern gewesen. Es war auch mitten im Sommer, alle hatten große Ferien                                 

2.

Und wir gingen in den kleinen Flüßchen Apfelstädt das durch unseren Ort floß, baden. Im Witschen hatte die Apfelstädt ein natürliches Wehr mit einem kleinen Wasserfall und eine tiefe Stelle dahinter. Das nannten sie im gesamten Dorf nur das Badeloch. Wir stauten die Stelle immer mit Steinen, Ästen und Rasenstücken ab, so das die Badestelle noch einen halben Meter tiefer wurde. Hier tobte das leben, die Jugend aus dem Unter, und Mitteldorf traf sich dort fast Täglich zum Spielen und baden. Günter, der damals der älteste und klügste von allen war, hatte auch die besten Ideen was und womit wir spielen konnten. Da wir sowieso immer ein kleines Lagerfeuer brennen hatten, Kam Günter eines Tages auf die Idee,

3.

Auf dem Lagerfeuer das Mittagessen zu kochen. So mußten wir nicht immer erst zum Essen nach hause gehen und hatten mehr Freizeit. Wir versammelten uns um das Lagerfeuer und schmiedeten unseren Plan. Ich besorgte wieder ein paar Kochtöpfe, die hatte ich noch vom letzten Abenteuer in unseren Schuppen. Sie waren schon von außen rußgeschwärzt so daß sie meine Mutter nicht mehr zum Kochen nehmen wollte und sich neue gekauft hatte von meinem Taschengeld. Das ersparte mir wenigsten die Tracht Prügel die normalerweise fällig gewesen wäre. Weiterhin konnte ich noch Zwiebeln und Kartoffeln besorgen. Gerd Frank, von allen nur Mücke genannt, weil er einer der kleinsten damals von uns war, brachte Eier und Speck. Horst Geißler, der neben Mücke wohnte war auch mit seinen Geschwistern immer mit von der Party und ein jeder schleppte an was er nur organisieren konnte. Andere Jungs wurden zum Holz sammeln eingeteilt und Günter übernahm wie immer die Rolle des Kochs. Wir schleppten das Wasser von unseren Brunnen bis zum Badeloch, denn mit Apfelstädtwasser wollten wir nicht unbedingt kochen, ob wohl sie damals noch sehr sauber war. Herbert Block, von uns nur Blocki genannt, schälte die Kartoffel, Thomas Held, den sie Münzer nannten, ( nach Thomas Münzer) machte sich mit Wolfgang Fittika am Ufer der Apfelstädt zuschaffen, sie hatten den Auftrag erhalten ein paar Forellen für eine Fischsuppe zu fangen. Doch so sehr sie sich auch abmühten, bissen immer nur die kleinen

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Köterfische an, aber davon hatten sie bereits einen ganzen Eimer voll. Günter schlachtete sie und kochte eine leckere Fischsuppe daraus. Blocki brachte etwas frisches Fleisch mit, denn seine Eltern hatten gerade hausgeschlachtet. Es war damals auf dem Dorf noch normal, das die meisten Schweine für die Schlachtung hielten, um eine Wintervorrat anzulegen, oder Obst und Gemüse einzuwecken um in der Kargen Jahreszeit den Lebensstandard der Familie etwas anzuheben. Wir Kinder bedienten uns gerne unbemerkt an diesen Vorräten, die wir uns im Witschen regelmäßig teilten. Es kam öfters einmal irgendein Elternteil von uns in das Witschen und sagte. Na ihr Himmelhunde, wie

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Haben die Kirchen geschmeckt! Oder was wir gerade wieder verputzt hatten. Ich glaube damals hat auch Günter sein Spitznahme wegbekommen. Da er Ambrosius mit dem Nachnahmen hieß und seine Zähne öfters und gerne in ein gut belegtes Wurstbrot schlug, verpaßten sie ihnen den Nahmen Brotzahn, da er als Kind etwas übergewichtig war. Paßte der Spitznahme wie die Faust auf das Auge, und er sollte diesen Nahmen sein leben lang nicht mehr losbekommen und wird noch heute von seinen Freunden scherzhaft so genannt. Wir gingen in der Zwischenzeit immer wieder baden, nur Günter mußte am Feuer bleiben, damit ihn nichts anbrennen würde. Für seine Zehn Jahre war er bereits ein ganz passabler Koch der sich sehen lassen konnte, Seine Mahlzeiten waren immer lecker und sehr gut gewürzt. Doch soviel mühe er sich auch gab, es reichte nie um uns alle satt zubekommen, und so gingen die meisten von uns doch noch zu den Mahlzeiten nach hause um das Magenknurren zu beenden. Gelegentlich schauten immer einmal ein paar Erwachsene vorbei, ob bei uns alles in Ordnung ist, oder ob wir irgend etwas brauchten. Denn die meisten von uns schliefen mit einem Zelt im Witschen und hatten sich regelrecht eingenistet. Die Zelte dafür haben wir uns immer vom DRK (Deutsches Rotes Kreuz) ausgeliehen oder zum teil auch aus Decken und alten Lumpen selber gebaut. Gegen Abend, als die Dämmerung einsetzte kamen die Erwachsenen um auch ein Bad zu nehmen. Wir als Kinder versteckten uns in den angrenzenden

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Weisdornbüschen und schauten zu, denn es kam vor das manche keine Badesachen dabei hatten und sich schämten. So fühlten sie sich unbeobachtet und wir Kinder hatten etwas zum beobachten, so fern es die Dunkelheit zuließ. Als wir müde genug waren, krochen wir in unsere Zelte und schliefen bis uns die heiße Morgensonne wieder aus dem Zelt trieb. So begann der neue Tag mit einen ausgiebigen Morgenbad und einen Frühstück, was wir in den meisten Fällen erst wieder neu besorgen mußten. Wir Kinder waren immer hungrig und hatten bis zum Abend alles ratzekahl aufgefressen was unsere Eltern für uns eingepackt hatten. So liefen wir wieder nach hause und füllten unsere Vorräte auf. Günter hatte wie immer die Rollen gut verteilt, und so klappte alles wie am Schnürchen. Er kochte wieder wie ein Weltmeister und wir machten die Hilfsarbeiten. Das machte einen Riesen Spaß

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Und die Zeit verging in Flug. Regelmäßig trafen sich die Kinder und jugendlichen am Badeloch und sie breiteten ihre Decken aus. Einige von ihnen waren zu faul mittags zum essen nach hause zu gehen, und darum bettelten sie lieber uns etwas ab, denn das war einfacher und bequemer. Nur hatten wir keine Lust die ganze Arbeit zu machen, und die kamen nur zum Essen! Aus diesem Grund haben wir uns eine andere Kochstelle gesucht die weit genug weg war von ihnen und sie nicht mehr von dem vorzüglichen Essensduft angelockt wurden. Nun hatten wir unser Lager in dichten Schlehenbüschen eingerichtet, gleich neben einer kleinen alten Kiesgrube, wo die Leute vom Unterdorf ihren Sperrmüll entsorgten. So konnten wir uns aus alten Möbelteilen unser Lager einrichten und fanden noch so manches dort, womit wie spielen Konnten. Wir bauten uns Laubhütten und planten den Bau eines Erdbunkers. Im Sperrmüll lagen noch alte Rollen mit Dachpappresten, womit wir die Dächer der Hütten Wasserdicht machen konnten. Da Günter unser Anführer war, nannten sie uns im Dorf nur noch die Brotzahnbande. Unser Revier war das Witschen auf der Südseite des Badelochs, und wir duldeten keinen anderen in unser Bereich. Auf der anderen Seite der Apfelstädt, hatte die Rotsbande ihren Bereich. Sie wurde auch nach den ältesten der Gruppe benannt, Reiner Rot. Als weitere Mitglieder Waren es die Jungs die auf der anderen Seite mit ihnen zusammen in demselben viertel wohnten, was alle nur das Negerdörfchen nannten. Der eine his Holger Minning, der andere Frank Trott oder Klaus Dieter Haselstein und Roland oder Bernd Ruge usw. Wo immer die Banden aufeinander trafen bekämpften sie sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, von der Steinschleuder bis hin zu Pfeil und Bogen oder Blasrohren die mit Erbsen betrieben wurden. Das Gebiet

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Um das Badeloch, war aber befriedetes Gebiet, wo eine jede Partei in aller Ruhe baden gehen konnte. Unsere Kämpfe waren sowieso nur spielerischer Natur wo es nach jeden Kampf einen Tagessieger gab. Und das war meisten die Brotzahnbande. In der Schule trafen sie schon für den Nachmittag die Verabredungen für den Nachmittag und legten fest, welche Bande den Angriff führen sollte. So hatte ein jeder einmal den Überraschungseffekt auf seiner Seite. Öfters gelang es uns aus den gegnerischen Reihen Gefangene zu machen, die wir dann fesselten und mit in unser Lager Namen, wo sie am Marterpfahl standen oder irgendwelche Frondienste bis zum Abend ableisten mußten, so wie Feuerholz sammeln oder Fische fangen usw. Wenn die Rotsbande keine Lust oder Zeit hatte mit uns zu Kämpfen, teilten wir die Bande auf und kämpften

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dann gegen einander. Schwer bewaffnet mit Zündplätchenpistolen und handgeschnitzten Karabinern Legten wir uns in dem Beigraben, der das Wasser für das Mühlrad regulierte auf die Lauer oder versteckten uns mit unseren Holzhandgranaten in den Büschen, bis wir wider einen Feind ausschalten konnten. Wer getroffen war, war als tot eingestuft und durfte am heutigen Kriegsspiel nicht mehr teilnehmen und mußte zusehen oder konnte zum baden abrücken. Günter hielt nach wie vor alle Fäden in der Hand und kommandierte die Bandenteile vom Kochtopf aus und schlichtete des Öfteren den Streit zischen den Schützen. Denn unser Prinzip war so, wenn jemand mit seinen Holzgewehr auf einen anderen geschossen hatte, und war sich auch sicher, das es ein Treffer war. So schrie er, Gerd du bist tot, fall um! Mitunter ärgerte sich Gerd, weil es für

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Ihnen für heute vorbei war und er aber noch mitspielen wollte, und rief zurück. Stimmt ja gar nicht, du hast vorbei geschossen. In so einen Fall wurde die Situation noch einmal nachgestellt und Günter traf die gerechte Entscheidung.   Es war schon eine schöne Kindheit die wir zusammen verbracht haben. Heute, wie es der Zufall wollte sitzen wir uns beide als Großväter gegenüber und würden uns darüber freuen wenn unsere Enkelkinder auch so schön mit der Natur in der Natur spielen würden, wie wir es einst taten. Das kommt nicht mehr, sagte Günter zu mir und wir sahen die zwei kleinen mit ihren Gameboy’s dabei an. Ja die heutige Jugend kennt nur noch elektronisches Spielzeug. In unserer Kindheit, waren wir schon froh, wenn wir eine Zündplätchenpistolen hatten und damit im Witschen Spielen konnten. Ja das war schon was unser Witschen, eigentlich war es ein Weiden und Pappelwald der von vielen Büschen durchdrungen war. Früher holten die Korbflechter ihre Weideneste dort und da kam auch der Name her Witschen, wurde von Weide abgeleitet. Es war ein Kosename, weil der Weidenwald nicht all so groß war. Die Kellnerin kam zu uns an den Tisch, und Günter bestellte uns noch jeden ein Kännchen Kaffee. Weist du noch, wie wir den Bunker gebaut haben? Fragte er mich! Natürlich weis ich es noch genau, denn es kommt mir vor als sei es erst gestern gewesen. Wir hatten schon seit langen den Plan geschmiedet, uns in einer geheimen Kommandosache heimlich einen Bunker in einem dichten Gebüsch anzulegen, wo die Erwachsenen nicht hinein kamen, weil die Dornenbüsche den Weg versperrten. Heimlich besorgten wir uns das benötigte Werkzeug und versteckten es im Witschen. Damals stellte das einfachste Werkzeug noch für unsere Eltern eine Kostbarkeit dar und

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Sie hüteten es wie ihre Augäpfel. Immer wenn etwas fehlte, kamen wir sofort in den Verdacht es zu haben und sie machten uns die Hölle so lange heiß, bis es wieder an Ort und Stelle hing. Aus diesen Grund mußten wir es morgens unbemerkt in das Witschen schaffen und am Nachmittag wieder nach hause, damit es an seinen angestammten Platz hing wenn unsere Eltern von der Arbeit kamen. Damals bewirtschafteten noch fast alle einen kleinen Gemüsegarten, und dazu benötigten sie das eine oder andere Arbeitsgerät selber. Aber Nägel, Schrauben und Seile und andere Materialien die sie nur selten oder nie brauchten, bekamen heimlich Beine und marschierten in das Witschen. Wir waren auf dem Bauch in das große Gebüsch neben der Sperrmülldeponie gekrochen und haben uns zuerst mit einer kleinen Baumsäge und einer Rosenschere Ast für Ast einen Platz geschaffen, wo wir aufrecht stehen Konnten

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und erweiterten den Platz darinnen Stück für Stück, bis er die richtige Größe für uns hatte. Nun legten wir einen schmalen Weg an, der aber nur bis kurz vor die letzten Büsche ging, und von dort aus mußten wir dann wieder auf dem Bach kriechen. Blocki war mit seinen Hemd an einen Ast hängen geblieben und hatte eine Dreiangel hinein gerissen, so das er sich nicht nach hause traute. Münzer bekam den Auftrag etwas Nähzeug zu beschaffen, damit Günter das Hemd wieder zusammen flicken konnte. Bis dahin mußte Blocki mit freiem Oberkörper weiter arbeiten. Die Arbeit stellte sich als Knochenjob heraus, denn hier war alles voller Wurzeln und der Boden war Knüppel hart von oben, die Deckschicht bestand aus einen Kies Lehm Gemisch und das war fest wie Beton. Da die ganzen Mädchen und andere unwillkommene Personen am Badeloch ihr Unwesen trieben, konnten wir keinen Lärm machen ohne aufzufallen. Stück für Stück, kratzten wir mit einem Schraubenzieher den Boden auf bis wir wieder eine Wurzel freigelegt hatten die wir heraussägen konnten. Wir mühten uns alle ab und kamen doch nicht voran, bis Günter sagte, wir machen Nachtschicht. Wir stellten die Arbeiten am Bunker ein und Bauten unser Zeltlager wieder am Badeloch auf, wo wir mit dem Mädchen herumalberten um ihnen heimlich die Kekse weg zu fressen, oder gingen Baden. Abends legten wir uns bei Zeiten hin, und am frühen Morgen, als es langsam hell wurde. Stellte Günter die kleinsten und schwächsten von uns als Wache auf, und die größeren von uns mußten mit der Spitzhacke, Spaten und Schaufel Stück für Stück die Grube für den Bunker ausheben. Nach tage langer Knochenarbeit hatten wir endlich die Lehmdecke mit dem Wurzelwerk durchbrochen und kamen auf eine dicke Kiesschicht, die sich leicht herausschaufeln ließ. So

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Konnten wir immer bis Ca. zehn Uhr arbeiten ohne aufzufallen. Denn ab zehn Uhr füllten sich immer die Liegeplätze am Badeloch. An besonders heißen Tagen kamen die Schulkinder die an den Ferienspielen teilnahmen mit den Lehrern zum Baden, und belagerten die gesamte Gegend. Das waren die Tage die wir überhaupt nicht mochten, denn da konnten wir nicht an unseren Bunker arbeiten und waren zur Untätigkeit verdammt. Wir machten Feuer und Günter rührte wieder in seinen Töpfen, während wir wie üblich zu hause abstaubten was wir für unser Mittagessen brauchten. Gerhart Kressler hatte einen Beutel voll Kartoffeln und Eier mitgebracht, und Gerd Geißler brachte Speck und Zwiebeln. Da wir noch etwas Fett brauchten um die Bratkartoffeln zuzubereiten können, Mußte Hans

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Dieter Volland noch einmal nach hause gehen um einen Würfel Margarine oder etwas Speiseöl zu besorgen. Ob wohl er ein lahmes Bein hatte, war er flink wie ei Wiesel unterwegs. Es sah nur immer etwas merkwürdig aus, denn er mußte eine Schiene tragen, weil er die Kinderlähmung hatte. Aber an sonsten war er ein prima Kerl mit denen wir gerne spielten. Da ich den kürzesten Weg nach hause hatte, mußte ich wie immer das Trinkwasser an unseren Brunnen holen, während die anderen die Kartoffeln schälten und kleinschnitten für die Bratkartoffeln. Gegen halb zwölf kam Hans-Dieter mit der benötigten Margarine zurück. Er hatte die Kalensky Brüder unterwegs getroffen und mitgebracht, sie gehörten ja zu unserer Bande, nur heute Vormittag mußten sie mit ihren Eltern nach Erfurt fahren, da sie neues Schuhwerk bekommen sollten. Tage vorher hatten wir eine Mutprobe gemacht, Wir stellten und an den Rand des Feuers um festzustellen wer die Hitze am längsten aushalten konnte. Doch Gerhart Kalensky hatte nicht bedacht, daß seine Schuhe Gummisolen hatten und dadurch Feuer fingen. Wir hörten nur noch wie er schrie heiß, heiß und herumsprang wie ein angestochener, mit zwei brennen Fackeln an den Füßen, bis Günter ihn schnappte und in das Wasser warf. Ich glaube, das war seine Rettung, sonst würde der Trottel heute noch tanzen. Jetzt stand er vor uns mit neuen Sandalen und ein paar Binden um die Füße. Während wir im Badeloch schwammen, saß er am Ufer und kühlte seine

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